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Tadschikistan

 

Einwohnerzahl    

10 Mio.         

 

Hauptstadt 

Duschanbe, 1.5 Mio. 

 

Grössenvergleich                 

3 x grösser als die Schweiz 

 

Visum                         

30 Tage visumfrei     

                                                          

Währung                    

Somoni, 100 sind ca. 10 CHF

 

Grenzübertritt Kosten            

20 CHF Road Tax

 

Carnet de Passage nötig

Nein

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Dieselpreis

etwa 1.10/ 1.20 Es soll momentan manchmal schwierig werden, welchen zu bekommen.

Wir werden sehen, haben aber eigentlich genug dabei.  

 

Regierungsform                

Der direkt gewählte Präsident hat weitreichende Vollmachten und ernennt die Regierung ohne Parlamentszustimmung. Emomali Rahmon regiert das Land bereits seit 1994 und trägt den Titel „Führer der Nation“

 

Religion                

90% der Einwohner in Tadschikistan sind Muslime

 

Sprachen                    

Tadschikisch ist eine moderne Variante des Persisch (Farsi) und Hauptsprache

 

Haupteinnahmequellen            

Der Industrie- und Bergbausektor dominiert die Ausfuhren. Gold ist der größte Devisenbringer. Daneben spielen der Export von Aluminium, Zink und Blei eine grosse Rolle. Ein enormer Teil der Einnahmen dieses Landes (25% des BIP) stammt von tadschikischen Arbeitsmigranten im Ausland, die einen erheblichen Anteil ihres Lohns an ihre Familien in der Heimat überweisen.

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Tadschikistan verfügt über enorme Potenziale bei der Wasserkraft. Der Export von Elektrizität in Nachbarländer wie Afghanistan und Usbekistan stellt eine wachsende und bedeutende Einnahmequelle für den Staatshaushalt dar. 

 

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Interessantes & Skurriles 

 

Tadschikistan ist das kleinste Land Zentralasiens, verfügt jedoch über einige der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten und Landschaften der Region

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Obwohl die Bevölkerung fast vollständig muslimisch ist, ist der öffentliche Gebetsruf des Muezzins per Gesetz verboten. Die Regierung fürchtet eine Radikalisierung der Jugend und hat die Religion strengen staatlichen Kontrollen unterworfen. 

 

Historische Städte, atemberaubende Basare und alte Festungen zeugen noch heute vom geschäftigen Treiben der alten Seidenstraße. 

 

Wer in Tadschikistan eine Hochzeit oder Beerdigung ausrichtet, darf nicht übermäßig prassen. Die Regierung hat strenge Gesetze erlassen, die die Anzahl der Gäste, die servierten Gerichte und sogar die Dauer der Feierlichkeiten exakt vorschreiben. 

 

Das Nationalgericht ist Plov, ein mächtiges Gericht aus Reis, Fleisch, Karotten und Gewürzen, das traditionell in riesigen gusseisernen Töpfen über offenem Feuer zubereitet wird.

 

Mit dem Pamirgebirge und dem Pamir Highway (eine der höchsten Straßen der Welt) ist das Land ein absolutes Paradies für Abenteurer und Offroad-Fans. Etwa die Hälfte der Landesfläche liegt oberhalb von 3.000 Metern

 

Der wunderschöne Iskanderkul-See ist bekannt dafür, dass er im Tagesverlauf seine Farbe von Türkis zu milchigem Weiß wechselt

 

Eingeweihte Reisende schwärmen vom unglaublichen Geschmack der Zitronen, Pistazien und des Tees aus Tadschikistan, die oft zu den besten der Welt gezählt werden.

 

Der 1,332 Meter hohe Berg Chodschamumin besteht fast ausschließlich aus reinem Salz. Seine Reserven werden auf 30 Milliarden Tonnen geschätzt – genug, um die Welt jahrhundertelang zu versorgen.

Tadschikistan

9.8. Border Run Usbekistan - Tadschikistan 

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Gestern noch in Buchara, erwachen wir heute Sonntag in Samarkand auf dem schattigen Parkplatz, wieder im eigenen Bett. Wir beschliessen einzukaufen und uns dann in Richtung Tadschikistan aufzumachen. Die Grenze ist nur etwa 50 km weg, eventuell übernachten wir in der Nähe oder, falls es nicht viele Fahrzeuge hat, machen wir die Grenze direkt heute. 

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Nach dem Einkauf verlassen wir die schöne Stadt an der Seidenstrasse und fahren über die letzten Kilometer übler Strasse in Richtung Grenze. Weit und breit keine Lastwagen und nur sehr wenig Fahrzeuge. Vor uns ist an der Grenze nur ein Fahrzeug, wir stellen uns also an. Nichts geht. Nichts passiert. Wir haben ganz genau das Schliessen des Tores wegen Mittagspause getroffen. An den muslimischen Grenzen wird niemals in Schichten gegessen. Wohl zwecks Teambuilding wird alles geschlossen und gemeinsam gegessen. Also warten wir etwa eine halbe Stunde, dann geht es recht zügig weiter.

 

Pässe ausstempeln, Auto austragen, zum Bankschalter bummeln, Road Tax bezahlen (obwohl sie die eigentlich nicht verdient hätten), und Busse bezahlen! Irgendwo hat uns (vielleicht) ein Radar erwischt, wir können uns zwar nicht vorstellen wo, denn man schleicht mehrheitlich über die von Löchern und Spurrillen zugerichtete Strasse. Aber egal. Am Ende kommt doch noch einer der Grenzer und guckt in viele Fächer und Ecken des Autos, aber auch der ist nett und lässt uns laufen. 

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Nur ein paar Meter weiter kommt das grosse Tor Tadschikistans in Sicht. Wir fahren ein, werden gleich angehalten und zur Passkontrolle geschickt. Gleich daneben wird der Fahrzeugausweis eingetragen und weiter gehts zum Zoll. Es dauert manchmal ein bisschen, bis wir die richtigen Türen finden, da fürs Mittagessen auch hier einige Beamte fehlen. Aber am Ende bezahlen wir die Road Tax, lassen die Inspektion des Autos über uns ergehen und der jüngste Beamte von all den Büros, Marke Azubi, gibt uns die Papiere zurück und verabschiedet uns mit den Worten: "Welcome to Paradise"🤣.

 

Nicht mal zwei Stunden hat das Ganze trotz Mittagspause gedauert. Alle waren freundlich, korrekt und das Prozedere war easy. Ein bisschen traurig sind wir schon. Tschüss Usbekistan. 

Tadschikistan

Nach einem Border Run in ein neues Land sind die ersten paar Kilometer besonders spannend. Welche Unterschiede es wohl gibt? Es sind ja jeweils nur ein paar Meter, vielleicht wenige Kilometer die die Länder trennen, also müsste man doch meinen, der Unterschied könne nicht allzu gross sein. Aber auch zwischen Usbekistan und Tadschikistan gibt es Dinge die sofort auffallen. Da ist zum einen die Strasse! Im Gegensatz zu den usbekischen Mörderstrassen, ist die Strasse nach der Grenze ein Träumchen. Asphalt in seiner Vollendung auf vielen Kilometern. Mensch und Maschine sagen Danke! Aber das Land ist ja sehr viel ärmer als Usbekistan, und das sieht man anhand der Häuser, die viel einfacher sind, anhand der Läden die kleiner und bescheidener sind, aber nicht anhand der Fahrzeuge. Die ganz grossen und schicken chinesischen Elektro-Marken, die aussehen wie Porsche 4x4 oder Tesla, deutsche Luxuskarossen von BMW und Mercedes, und ehrlich hab ich in Zürich Seefeld, der Heimat aller Luxusschlitten noch nie soviel Maibachs gesehen wie in Tadschikistan. Übrigens klärt uns später jemand darüber auf, dass neue Elektroautos aus China oder Korea, ab 7000 Euro zu haben sind. Wir können es nicht glauben. 

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Die Landschaft ändert sich komplett. Wo in Usbekistan auf dem flachen, meist trockenen Land vielleicht Baumwolle oder Mais wachsen, ist die Ebene in Tadschikistan das Gemüse- und Früchte Paradies Zentralasiens. Alles ist momentan erntereif: Äpfel, Trauben, Pfirsiche, Nektarinen, Zwiebeln und Kürbisse, Melonen und noch viel mehr Melonen, Kartoffeln, Karotten - alles was das Herz und die umliegenden Länder begehren. Sehr viel davon wird nämlich exportiert, da zum Beispiel in Kasachstan in der Steppe nicht viel mehr gedeiht als Pferde, vielleicht noch Sonnenuntergänge aber die zählen nicht. 

Jedenfalls wird hier in Tadschikistan, alles auch direkt am Strassenrand angeboten und wir fragen uns, wann die unterste Melone des LKW's wohl das Tageslicht erblickt. 

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Jedenfalls merken wir, dass wir nicht mehr im gleichen Land sind, wie in den letzten Wochen. Auch die Menschen sehen anders aus. Viel eher wie Afghanen. Dunklere Haut, stärkerer Bartwuchs und weniger geschlitzte Augen bei den Männern, die Frauen ebenfalls dunkler, alle mit Kopftuch und grundsätzlich mit Hosen und Langhemd - eigentlich ohne Ausnahme.

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Nur in einem sind sich die Frauen hüben und drüben einig. Glitzer muss sein, und zwar scheint er sie in allen Variationen glücklich zu machen. Ja, manchmal braucht die Welt einfach ein bisschen Feenstaub!

9.8. Panjakent - Iskander Kul

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Wir übernachten direkt am Rand von Panjakent an einem künstlichen kleinen See. Am Montag Morgen müssen wir noch die Auto Versicherung im Ort abschliessen, lokale Währung Somini am Automaten ziehen und wollen kurz auf dem Markt vorbeischauen. An sich ist Panjakent nichts was man gesehen haben muss, aber der Markt ist wuselig, hat viele frische Lebensmittel und das erste Brot welches wir in Tadschikistan kaufen wird uns auch direkt geschenkt. So nett. 

Die gute Strasse führt uns weiter ostwärts, wobei wir nach etwa 90 km auf eine Schotterstrasse abbiegen, die uns durch einen wunderschönen Canyon in Richtung Iskander Kul bringt. Der See liegt auf 2200 M.ü.M. am Hang des Hissargebirges, und seine maximale Tiefe beträgt 72 Meter. Er ist berühmt für sein Farbenspiel, welches je nach Sonnenstand und Tageszeit ändert. Es ist unklar, ob Alexander der Grosse den See jemals besucht hat, aber die Einheimischen erzählen von einem Mythos, dass man in den Nächten immer noch das Pferd von Alexander im aufsteigenden Nebel sehen und hören könne, weil es hier ertrunken sein soll. 

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Nach 24 km Schotter und Asphaltresten, durch eine rote und bizarre Felswelt, erreichen wir den türkisblauen See. Wir bezahlen am Pförtnerhäuschen einen kleinen Betrag Eintritt, denn eigentlich ist hier Naturschutzgebiet. Im Gegenzug dürfen wir wo auch immer rund um den See parken und übernachten. Es gibt einige Plätze direkt am See, leider werden wir beim Aussteigen von den Mücken direkt attackiert. Gut zu wissen, so muss man sich erst gar nicht häuslich niederlassen. Wir fahren also noch bis ganz ans Ende des Sees und finden einen fantastischen Spot. Eine wahnsinns Aussicht auf See und Berge, kaum Verkehr (in drei Tagen vier Autos) - Ein Timbilaplatz wie wir sagen!

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Wir machen ein paar kleine Wanderungen, bekommen vom Bauer in der Nähe eine grosse Tüte voll wunderbarer Aprikosen die übrigens hier gleich heissen, und ab und an kommen ein paar Wanderer vorbei und bleiben auf einen Schwatz stehen. Gefällt uns mega!

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Auf dem gegenüberliegenden Ufer sehen wir immer wieder grosse Staubwolken von riesigen Sattelschleppern (!) auf dieser Bergstrasse. Verrückt.  Als wir genauer auf der Karte gucken sehen wir wieso. TALCO GOLD. Seit 2022 fördert die tadschikische Regierung in Zusammenarbeit mit einem chinesischen Unternehmen hier Gold und Antimon. Es wird vermutet, dass hier riesige Gold Vorkommen (geschätzt 50 Tonnen) und Antimon (geschätzt 265 000 Tonnen) zu finden sind. Antimon ist ein Metall welches für Batterien und Flammschutzmittel gebraucht wird...Das riesige rund 136 Mio. teure Industrieprojekt liegt direkt am Rande des unberührten Fann Gebirges... Soviel zum Naturschutzgebiet. 

Weiter geht es immer ostwärts. Noch 450 km trennen uns von Kirgistan, unserem nächsten Reiseland. Wow, die Strassen sind super, wir kommen entsprechend gut vorwärts. Irgendwo zwischen roten Bergen, in einer staubig-schönen Ecke des Landes, machen wir Halt und übernachten noch einmal. Total einsam, nur eine kleine Piste geht wohin auch immer. Am Nachmittag kommen wir an, und am nächsten Mittag fahren wir weiter. In dieser Zeit kommen genau drei Autos bei uns vorbei.

 

Der erste fährt hupend zum Gruss vorbei, bremst nach etwa 100 Metern, fährt retour und steigt aus. Bringt uns eine süsse fantastische Melone und verabschiedet sich wieder. Später kommt ein ganz kleiner Transporter, mit einer ganzen Familie und vielen Säcken frisch geernteter Zwiebeln. Der Fahrer steigt aus, begrüsst uns in seinem Land, und gibt uns eine grosse Handvoll frischer Zwiebeln. So nett! Kurz bevor wir am Morgen losfahren wollen, hält ein Mann an, grüsst uns und versucht zu plaudern. Halt schwierig, da wir kein Russisch sprechen, aber ein paar Sätze gehen trotzdem hin und her, und kurz bevor er einsteigt, drückt er Tinu 20 Som in die Hand. 2 Franken! Was soll man dazu sagen? Tinu versucht dankend abzulehnen, aber keine Chance. Er möchte uns in seinem Land willkommen heissen. Dabei sind die Tadschiken wirklich alles andere als reich. Wir (aus der Schweiz) sind ein bisschen sprachlos ob soviel Grosszügigkeit.

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Jedenfalls haben wir noch einige Kilometer vor uns, übernachten unterwegs noch ein paar mal in der tollen Bergwelt und fahren in der grossen Ebene immer wieder entlang eines fetten, doppelten Stacheldrahtzauns. Entlang des Zauns sind die Häuser verlassen und die Felder unbestellt. Ansonsten ist alles grün, fruchtbar und saftig. 

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Wir lesen, dass das Fergana Tal genau wegen dieser Fruchtbarkeit lange von all den umliegenden Länder begehrt wurde und es deswegen viele Fehden gegeben hat. Nach jahrelangen Grenzstreitigkeiten wurde die Grenze halt dann nach zähen Verhandlungen irgendwie gezogen. Deshalb fahren wir mal diesseits von Usbekistan, schon in Kirgistan oder noch in Tadschikistan. Eine tolle Landschaft. Überhaupt ein tolles Land. Und trotzdem ist es für uns Zeit zu gehen. Die chinesische Grenze ist mit der Agentur für den 8.Septemer geplant. Und in Kirgistan gibt es auch noch viel zu sehen. Let's go.

Fazit Tadschikistan: 8 Tage/ 600 Km

 

Das Land ist toll. Sehr nette, gastfreundliche Menschen, niemals aufdringlich, sehr sicher - ein Camperland schlechthin. Es ist einfach alles zu bekommen, die Strassen sind gut, es ist oft sehr sauber, die Landschaft ist grossartig. Wir würden wiederkommen, wenn es nur ein bisschen näher wär...Aber man weiss ja nie.

Route Tadschikistan
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