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Gedanken zur nächsten Langzeiteise ab April 2026

 

Es war einmal ein sonniger Tag im Mai in der Türkei. Wir sitzen also alleine am wunderschönen Salda Gölü und geniessen unsere Ruhe. Wie auf der ganzen Orientreise, sind auch hier keine Overlander anzutreffen. Der See ist traumhaft, wir wollen auf jeden Fall ein paar Tage bleiben und unsere vielen wunderschönen Erinnerungen an die arabische Halbinsel sacken lassen. 

 

Ein weisser Van mit finnischem (!) Kennzeichen hält auf einmal am Strand, zwei junge Reisende steigen aus, wie wir später erfahren Mari und Pete. Finnen haben wir auf dieser Reise noch gar nie getroffen, entsprechend erfreut sind wir über diese nordische Gesellschaft. 

 

Wir kommen ins Plaudern und erfahren von den beiden, dass sie auf dem Weg nach Japan sind! Japan! Wie verrückt ist das denn. In unseren Breitengraden ein Land in das man hinfliegt, aber bestimmt nicht auf dem Landweg hinfährt. Wir konsultieren also mal eine Weltkarte im Netz und machen uns ein Bild über die Route. Also ab Türkei, Georgien, ein kurzes Stück Russland-Transit, die diversen Stanländer, China, Südkorea, Japan. 

Das müsste doch machbar sein 😄.

 

Die beiden richten sich am Strand ein, wollen auch ein oder zwei Tage bleiben. Mari arbeitet noch Teilzeit für eine Firma und hat morgen einen Termin für ein online Meeting.

 

Während die zwei sich einrichten, kommt ein französisches Paar mit einem Laster angefahren, grüsst und steigt aus. Sie seien auf dem Weg nach Japan, erklären sie uns. What?! Sie gehören übrigens nicht zusammen. Die Finnen und die Franzosen.

 

Am Abend, während wir kochen fährt noch ein drittes WoMo zum Strand - man kann sagen ein richtiges Overlander Treffen. Als dieses französische Paar erklärt, sie wollten nach Japan, nehmen wir das als Zeichen. Das kann kein Zufall sein. Und diese Franzosen kennen weder die anderen Franzosen noch die Finnen. 

 

Wir sind ein bisschen aufgeregt. Waren wir bis vor kurzem noch nicht sicher wo unsere nächste Reise hinsollte - innerhalb von ein paar Stunden sind wir nun Feuer und Flamme und total angefixt. Zudem kommen uns wahnsinnig tolle Fotos von unseren Freunden Nicole und Beat in den Sinn, die sie im Frühling aus Südkorea gepostet hatten.  

 

Ab April '26 gehts los! Immer ostwärts bis ins Land des Lächelns...

皆さんが私たちと一緒にバーチャルで旅行し、途中で人々に会えることを楽しみにしています。

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Salda Gölü - Ort der Inspiration

Ort der Inspiration

Ziel....vielleicht

so oder ähnlich...

NACHTRAG ZU OBIGEM BEITRAG IM AUGUST 2026

 

Dann wird's knifflig:

Nach unzähligen Mails mit Hafenagenten, Travelbuddies, Autoclubs, Agenturen und Verschiffungsfirmen ist wohl eines klar: Unser Indy wird weder in Korea noch in Japan je auf eigenen Rädern durch die Strassen rollen. Durch eine verflixte, zwar unterschriebene aber von der Schweiz nie ratifizierte Genfer Konvention über Zollvereinbarungen von 1949 (!), ist es Schweizer (und Deutschen) Fahrzeugen nicht gestattet, in den beiden Ländern eingeführt zu werden. Punkt. Weil ein Beamter irgendwo geschlampt hat, hat sich das für uns erledigt. Sehr Schade. Wir dachten, vielleicht zumindest Korea, aber Korea war in seiner Antwort ganz klar. Sorry. Leider wurde auch die direkte Fähre von China Festland nach Japan eingestellt. Also es geht momentan einfach nicht. 

 

Was aber im Umkehrschluss heisst, eine andere Route muss her. Die Welt ist rund, es gibt viele Optionen, allerdings auch viele Einschränkungen bezüglich Visum, Carnet de Passage, Regenzeit, Verschiffung etc. die es zu bedenken gilt. 

 

Nach noch mehr Mails, Kontakt mit anderen Reisenden, noch mehr Hafenagenten, Agenturen und Freunden, sind im Moment diese Optionen die von uns favorisierten:

 

1. Wie geplant weiter nach Laos, Kambodscha und China. Verschiffen von China aus nach Australien. Während sich Indy über die Meere schaukeln lässt, mit Rucksack nach Korea und Japan. Problem: es gibt nicht viele Verbindungen (oder willige Reedereien die Camper verschiffen) von China nach Australien. Zudem scheint man in diesem Fall den Camper leerräumen zu müssen. Bääääh!

 

 

2. Wie geplant nach Laos, dann mit einer Gruppe Reisender mit eigenen Fahrzeugen, die am 2. Dezember die Grenze nach Thailand macht, ins Königreich einreisen. Eigentlich sind ausländische Camper in Thailand verboten, oder mit sehr hohen "Eintrittsgebühren" ( 3800 U$) belegt. Die Gruppe hat sich zwecks Kosteneinsparung zusammengeschlossen und macht nur das Grenzprozedere gemeinsam. Bisher sind es 8 individuelle Fahrzeuge, denen könnten wir uns anschliessen. Visumfrei könnten wir einen Monat im Land bleiben, um einen weiteren Monat zu verlängern kostet für das Fahrzeug wieder eine ganze Stange Geld, das würden wir überspringen. Dann weiter nach Malaysia, wo es möglich ist, sich 90 Tage visumfrei aufzuhalten. Südlich von Kuala Lumpur müsste die Verschiffung nach Australien gemacht werden. Vorteil hier: Schiffe fahren direkt nach Australien. Das Risiko für Auf- und Einbrüche in das Fahrzeug lassen sich so minimieren. In Malaysia sind professionelle Firmen gewohnt Fahrzeuge für Australien zu reinigen, und dies zu einem unschlagbaren Preis. Es gibt verlässliche Agenten, die wir von Reisefreunden empfohlen bekommen haben, und die Verschiffung sollte kein Problem sein. Und wir lieben ja Thailand und Strände sowieso.

 

 

3. Wie geplant weiter nach Laos, die gleiche Variante Thailand und Malaysia, dann auf                          

dem "Landweg" durch Indonesien - was heisst, von Insel zu Insel und x mal Fähre       oder Verschiffen. Zudem müsste man durch Singapur auf dem Tieflader, da Camper in  Singapur nicht erlaubt sind. Das ist also eher keine Option, da Verschiffungen möglichst zu umgehen sind, und Tieflader unheimliche Kosten mit sich ziehen. Allerdings könnte man rein theoretisch auch von Malaysia nach Sumatra (Indonesien) verschiffen und so Singapur umgehen.

 

 

Der Möglichkeiten gibt es also viele, zudem gilt es die Biosecurity- und die Fahrzeugkontrolle in Australien zu bestehen. Da hätte man in Malaysia bestimmt mit kleineren Kosten zu rechnen als zum Beispiel in Deutschland oder der Schweiz. Wie gesagt, es gibt Möglichkeiten, irgendwie sind alle gut, allerdings leider nicht die von uns gewünschte Route. Wir brauchen also ein Wunder, einen Präzedenzfall der vom Japanischen Kaiser abgesegnet wird, oder ein Bundesrat, der das Abkommen noch ratifiziert. Bin mir nicht sicher, was das einfachste ist. 

 

Aber es gibt einen Lichtblick, denn wie alles hat auch diese Absage zwei Seiten. Wenn man das Auto von Japan weiter verschifft, muss es bis auf Autozubehör (also Reserverad und Ersatzteile) komplett geräumt werden. Was ehrlich gesagt, keine gute Option ist. In Malaysia ist das nicht der Fall, was ein riesiger Vorteil ist. Allerdings wird in Malaysia nicht RoRo verschifft, wo wir also unser Auto selber aufs Schiff fahren, sondern nur Flat Rack angeboten. Das haben wir bei all unseren bisherigen Verschiffungen immer erfolgreich umgehen können. 

 

Unter "Flat Rack" kann man sich eine grosse Palette vorstellen, zu der das Auto per Tieflader nach der Reinigung gefahren wird, dann per Kran auf die Palette gehoben wird (eventuell auch selber gefahren werden kann), und auf dieser dann festgezurrt wird. Die Palette wird an Gurten mit einem Kran aufs Oberdeck des Schiffes gehievt. Nein, nicht was wir uns wünschen. Zu viele Kräne, zuviele Gurten, zuviele fremde Hände. Aber hey: was muss das muss. Wir werden sehen. Auf jeden Fall ist uns ein bisschen schwindlig, ob all der Optionen und dafür und dagegen und wir müssen es erst mal sacken lassen. Vielleicht ist es am Ende dann etwas komplett anderes 🙈.

Übrigens haben uns Freude hinsichtlich "Flat Rack" Verschiffung beruhigt. Sie haben ihren Sprinter schon so verzurrt, und fanden es eigentlich ganz gut, weil man so den Schlüssel an niemanden übergeben muss. Wird ja nicht von Hafenarbeitern ins Schiff gefahren. Die Einbruchgefahr minimiert sich also. Danke Heidi...

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