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8.4. Loooooos geht's

 

Ziemlich genau einen Monat haben wir nun in der Schweiz verbracht. To Do Liste abgearbeitet, Freunde getroffen, To Do Liste abgearbeitet, Freunde getroffen, To Do Liste abgearbeitet und Freunde getroffen. Genau so. Für einen Monat. 

 

Und es war toll, grossartig, unterhaltsam, lecker, lustig, gemütlich, inspirierend und einfach schön all unsere Lieblingsmenschen, Travelbuddies und Freunde zu treffen. Leider haben wir vergessen abzuklären, wer alles nicht auf unseren Fotos erscheinen möchte. Also ist stellvertretend für all die tollen Menschen und Momente unser Lieblingskater Moritz Modell für unseren Abschied  - und er verkörpert genau unser Gefühl nach all den schönen Abenden!

 

Herzlichen Dank euch allen. Wir werden euch schwer vermissen! Freuen uns über Face Time Anrufe, SMS, WhatsApp, Telefonate, Mails und alles Ähnliche. Ihr Lieben, wir sehen uns. Irgendwann - Irgendwo!

Moritz geht's gut!

8. - 12. 4. Udligenswil - Venedig

 

Bei unseren Reisefreunden in Udligenswil werden wir einmal mehr total verwöhnt, aber dann heisst es endgültig Ciao Svizzera. Wir machen uns auf den Weg in den kleinen aber feinen 8 km langen Gotthardstau, aber der kann uns die Laune auch nicht vermiesen. Ich durfte bei Ruth noch ganz viel Wäsche waschen, und so reicht dieser Stau gerade mal um alles zusammenzulegen und wegzuräumen. Passt.

 

Wir übernachten nach einem Stadtbummel in Bellinzona direkt im Zentrum und fahren am Morgen für eine Nacht weiter an den Lago di Iseo. Kurz nach Bellinzona gibt es auf der Autobahn einen kleinen Schlag und unser Dachfenster öffnet sich ein paar Zentimeter. Echt nicht wahr, oder? Wir haben die neuen Dächer ja in Marokko bei heftigem Wind getestet, und hatten kein einziges Mal ein Problem. Jetzt wurden sie noch zusätzlich abgedichtet, und wir vermuten, dass diese Dichtung zuviel Platz einnimmt, solange sie noch neu ist. Offenbar kann der kleine Bolzen der das Dach arretiert nicht komplett greifen. Aber nachdem uns das letzte Dachfenster in Rumänien um die Ohren geflogen ist, ist das gar kein gutes Gefühl...

 

Etwas unentspannt erreichen wir also das wirklich bezaubernde Zuhause von Romeo und Julia - Verona. Ein Stellplatz ist hier im Zentrum für 10€ zu haben, wirklich grossartige zehn Minuten zu Fuss von der Altstadt entfernt. Die mittelalterliche Stadt am Fluss Etsch, gefällt uns einfach immer wieder. So entspannt und ruhig, viele schöne Geschäfte sind noch in den alten Gassen zu finden, während sie in anderen Städten bereits in die grossen Malls umgezogen sind. Viele Menschen bummeln Eis schleckend über die sonnigen Plätze, Einheimische wie internationale Touristen halten sich in etwa die Waage, Ferienstimmung total.

 

Auf übervollen Autobahnen, kurven wir zwischen langen Sattelschleppern, übermüdeten Reisenden und natelfixierten Einheimischen in Richtung Venedig, als unser Dach erneut aufspringt. So ein Mist! Alles was wir momentan tun können, ist es zu schliessen. Es gibt nicht wie beim alten Dach einen Griff oder Ähnliches was wir fixieren könnten. Das beste wird wohl sein, wenn wir bis Japan nie über 60 km/h fahren😆... 

 

Next Destination - Venedig. Hier haben wir einen unglaublich tollen Campingplatz reserviert, allerdings sind wir nun einen Tag eher angekommen als gedacht. Wir bleiben also eine Nacht auf dem guten Stellplatz direkt vor der Tür Venedigs und machen uns mal mit den neuen Regeln der Lagunenstadt vertraut. Eintritt ab April 10€ pro Person und Tag. Montag und Dienstag sind kostenlos, die anderen Tage frei ab 16.00 Uhr. Man muss sich also registrieren und bekommt einen QR Code aufs Handy (was machen wohl Menschen ohne🤔?), der von Kontrollpersonal kontrolliert werden kann. Touristen die in der Nähe übernachten und somit die Kurtaxe bezahlen, müssen sich ebenfalls registrieren, allerdings dann kostenlos. Bei Fehlverhalten drohen Bussen bis 300€. Aha. Somit wissen wir Bescheid. 

 

Wir fahren am Abend mit dem Schiff rüber zum Anleger im Zentrum und lassen uns treiben, wie hunderttausend andere auch🥳. Da ist ganz schön was los. Die berühmten Gassen im Zentrum sind etwa so überfüllt wie die Autobahn um Mailand, aber sobald man sich nur ein kleines bisschen in Nebengassen begibt, wird es ruhig und beschaulich. Auch eine einmalige Stadt und so geschichtsträchtig. Wir setzten uns auf eine sonnige Terrasse und schauen dem Treiben zu. Uns fällt auf, dass Kellner in diesen Tagen fast ausschliesslich aus Bangladesh stammen und Besitzer von Geschäften, Restaurants und Souvenirshops immer häufiger aus Temu-Land. Ist schon verrückt. Ich glaube, Europa wird gerade von eben diesem Land klammheimlich übernommen, und alle blicken auf die Ukraine, Kuba und den Iran. Henu, wir werden es hier und heute auch nicht ändern, und schlürfen einfach mal unseren Aperol-Spritz.

14.4. Wir ziehen um 

 

Am Morgen fahren wir 17 km vom gut gelegenen Stellplatz zu unserem reservierten Camping Fusina. Der ist zwar nur mit einem kleinen Vaporetto mit der Innenstadt verbunden, im Gegenzug liegt er direkt an der Schiffsrinne zum Hafen. Heisst: alle Frachter, Kreuzfahrtschiffe, Fähren und Autotransporter müssen genau bei uns vorbei. Wir haben den Platz 2023 entdeckt, als wir mit der MSC von Südafrika kommend in Venedig in den Hafen eingelaufen sind. Da haben wir all die geparkten Wohnmobile entdeckt, und für uns war klar: Hier will unser Indy auch mal stehen. Und es lohnt sich wirklich. Es herrscht meist reges Treiben zwischen kleinen Motorbooten, sogar Seglern und Frachtern, immer wieder hohlen Pilotenboote grosse Kreuzfahrtschiffe und Autofähren in den Hafen. Sobald richtig fette Schiffe in die Nähe kommen, wird es auf unserem Platz dunkler und die Motoren dröhnen. Man kann sie also nicht verpassen! Mega.

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In der Stadt muss unser Schrittzähler nochmal einiges Leisten, aber am späteren Nachmittag müssen wir retour zum Boot, weil der Sommerfahrplan und somit spätere Schiffe erst ab Juni in Kraft treten. Frachter die am Morgen eingelaufen sind, fahren jetzt gelöscht, wieder von den starken Bugsern geleitet, raus in die offene See. Irgendwann setzt starker Regen ein, und der soll auch am nächsten Tag bleiben. 

Aber wir haben eh noch einiges zu tun. Wir müssen in Sachen Reiseflexibilität bezüglich Route und Programm nochmal in uns gehen. Unser Plan war ursprünglich über Istanbul direkt ans schwarze Meer zu fahren, und über die kürzeste Strecke in Georgien einzureisen. In Tiflis (Hauptstadt Georgiens) wollten wir dann das Russlandvisum beantragen, was in der Regel etwa 10 Tage in Anspruch nimmt, und in dieser (Warte-)Zeit die uns unbekannte Umgebung erkunden. 

 

Aber zweitens  kommt es anders...Seit kurzem wird das 10 Tages-Transit-Visum für Russland in Tiflis nicht mehr ausgestellt - Who knows why? Man kann nur noch ein 3 Tages-Visum bekommen, was uns für die 800 km lange Strecke zu riskant erscheint. Die Grenze kann lange dauern, eine Panne, lange Staus, eine Grippe oder ein Feiertag an der Kasachischen Grenze - man kann nie wissen. Wir könnten auch unsere Pässe zurück in die Schweiz schicken, und über die Russische Botschaft das Visum beantragen, aber Pässe durch die Gegend schicken, wo nichtmal unsere Postkarten jeweils zum Ziel finden, das wollen wir nicht. Es gibt noch die Möglichkeit eines Online-Visums, was offenbar ganz einfach zu bekommen wäre, allerdings wird das von den Kasachen an der Grenze nicht akzeptiert, wenn man über Land einreist. Ginge also nur wenn wir fliegen würden. 

 

Tinu hat nach längerer Recherche im Internet und in der Reisecomunity mit Martin, einem Schweizer Travelbuddie gesprochen, der in Antalya gute Erfahrung gemacht hat. Dort soll man mit relativ wenig bürokratischen Aufwand innert zehn Tagen, ein 10 Tages-Visum für Russland bekommen. ANTALYA - echt jetzt. Viel weiter weg könnte dieses Office nicht sein. Wir fragen bei der sehr netten Tanja, die diese Agentur leitet nach, ob sie auch im Norden, zum Beispiel Trabzon eine Filiale habe. Ja, haben sie, aber die stellen leider auch nur das Drei-Tages-Visum aus. Echt blöd. He nu, an Antalya führt wohl kein Weg vorbei - aber diese Strecke hat für uns auch einen riesigen, nicht zu unterschätzenden Vorteil. KAPPADOKIEN wir kommen wieder! Habe Tinu schon im Vorfeld gefühlt jeden zweiten Tag gelöchert, ob wir nicht über Kappadokien nach Georgien fahren könnten, und er meinte immer, der Umweg sei viel zu weit. Denkste. Also werden wohl noch ein oder zwei Ballonfotos zu unserer Sammlung hinzukommen🤣!

 

Somit organisieren wir die Route nach Antalya. Wir hatten bereits die Fähre Venedig (IT) - Igoumenitsa (GR) gebucht, Tinu hat nun die Buchung dahingehend geändert, dass wir erst in Patras aussteigen müssen. Dann fahren wir etwa 210 km nach Piräus (Athen) und nehmen die Fähre nach Chios (eine griechische Insel). Auf der Insel werden wir am Folgetag die Fähre von Chios nach Çešme (Türkischer Hafenort) nehmen und dort die Grenzformalität für die Einreise in die Türkei erledigen. Nach Antalya sind es dann noch etwas über 500 km, für die wir zwei Tage Zeit haben.

 

Am Freitag wollen wir spätestens in der Agentur sein, die hat nämlich immer nur von Dienstag bis Freitag geöffnet. Auch dort sollte die Bürokratie nicht mehr als 10 Tage in Anspruch nehmen, eventuell dauert es wegen des 1.Mais etwas länger, aber das wäre ja ok. Wir hätten also in dieser Region, die uns im letzten Jahr sehr gut gefallen hat, nochmal viel Zeit und die Stecknadeln auf unserer Organic Map Karte sind ja noch vorhanden. Wir wissen also schon, wo schöne Strände und nette Örtchen zu finden sind. Nordwärts gehts dann auf unserer alten Route, vom letzten Jahr, als wir von Kappadokien ans Meer gefahren sind. Also gleiche Strasse in anderer Richtung. So haben wir uns das ausklamüsert und hoffen, dass dies für eine Weile die letzte Stolperfalle gewesen ist...

Plan bis Georgien
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