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Marokko von Guelmim im Süden nach Tanger im Norden, ab Woche 5

9.-13.1.26 Guelmim -  Grand Canyon - Window of Life

 

Guelmim ist eigentlich keine Reise Wert, aber Ausgangspunkt für unsere Tour ins Landesinnere. Erst wollten wir noch weiter in den Süden, zu den berühmten Surferstränden, aber wir waren jetzt ausgiebig an der Küste und haben Lust auf Sandpisten und Einsamkeit. 

 

Von Guelmim fahren wir also zum Grand Canyon Marokkos. Eine wunderbare Gegend mit tief eingeschnittenen Tälern und roten Bergen. Kaum Verkehr, deshalb übernachten wir direkt an der Strasse, mit grandioser Aussicht auf karges Gestein und stahlblauem Himmel. Natürlich ist die Nacht ruhig, am Morgen kommt ein Hirte mit seiner Ziegenherde vorbei - wir fragen uns jedes mal von was die Tiere leben - übrigens hier auch die Menschen. Er fragt nach Zigaretten, was wir immer dabei haben, und überlassen ihm ein paar Genussstengel. Die gute Strasse führt uns weiter in die Schlucht des "Fenster des Lebens", wir bestaunen als einzige Touristen diese grandiose Kulisse. Ab und an versuchen Bautrupps die Geröllmassen, die in den letzten Tagen heruntergestürzt sind, wegzuräumen, aber die Abgänge sind schon beeindruckend. Sie winken uns aber durch, meinen es sei kein Problem, und wirklich, alles ist tiptop aufgeräumt. 

 

Das Fenster ist eine spektakuläre, natürliche Felsformation im Antiatlas. Allerdings nicht so berühmt wie sein Pendant "Arches" in den USA. Hier ist genau keiner. Wir machen ein paar Fotos, aber mir ist irgendwie nicht so richtig wohl in der tiefen Schlucht. Es sind so grosse Gesteinsmassen heruntergekommen und wer weiss, ob das nicht noch weitergeht. 

 

Wir wenden also und verlassen den eindrücklichen Ort, um auf einer anderen spektakulären Serpentinenstrasse weiter zu fahren. Heute ist wohl offizielles Sprintertreffen. Wir sind gerade ausgestiegen um ein paar Fotos zu machen, als ein weisser aus Hamburg neben uns anhält. Wir plaudern ein wenig und tauschen Tipps, als der blaue Sprinter mit Daniela und Manfred aus SG neben uns anhält. Plaudern, Tipps tauschen auch hier. Ein paar Serpentinen weiter unten, treffen wir Diri und Sandra aus dem Aargau mit ihrem quitschgrünen, mit den beiden hatten wir über die sozialen Medien schon ein paar mal Kontakt. Sie waren zur gleichen Zeit in der Türkei, aber irgendwie haben wir uns dennoch immer verpasst. Alles nette Travelbuddies, mit denen man gut und gerne auch ein Abend am Lagerfeuer hätte verbringen wollen. Leider sind alle in die andere Richtung unterwegs...

 

Auf unserer Weiterfahrt kommen in ein paar Berbersiedlungen, überall wird die Strasse geflickt, Schutt und Holz weggeräumt, hier hat es wohl in den letzten regenreichen Tagen richtig viel Wasser und Material zusammengespült, einige Häuser sehen beschädigt aus - schwierige Zeiten für die Menschen hier im Tal. Aber sie grüssen alle freundlich und winken, egal ob Kinder oder Erwachsene. 

 

Von Reisefreunden haben wir eine Empfehlung für eine Tour durch die Wüste erhalten. Es ist eine Rundroute von ungefähr 70km, zwischen hohen Dünen und Steinwüste. Wahnsinnig schön, einsam, grossartiger Sonnenuntergang inklusive. Wir übernachten, und fahren gegen Mittag am nächsten Tag weiter. Ab und zu Tiefsand, dann wieder Geröllfelder, Dünen und Felsformationen - wir fühlen uns Zuhause. In vielen Ländern hat uns genau diese Landschaft den Ärmel reingezogen. Sei es im südlichen Afrika, in Saudi oder in Jordanien - man fühlt sich irgendwo inmitten der Evolution. Megaschön!

 

Noch einmal übernachten wir mitten im Nirgendwo, diesmal am ausgetrockneten Draa. Wir stehen am richtig breiten Flussbett, sehen unten am Ufer ein Berberzelt. Eine Dromedarmutter säugt ihr Frischgeschlüpftes. Hat nicht mal Hundegrösse und muss sich nach dem Säugen immer wieder ausruhen und hinlegen. Später kommt ein zweites Dromi dazu, that's it an Abendunterhaltung. Ach ja, der Sonnenuntergang - Mega!

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